Grundlagen im Überblick
Gruppentherapie
Gemeinsam lernen und wachsen
Diese Therapieform nutzt die Dynamik der Gruppe
Was ist verhaltenstherapeutische Gruppentherapie?
Die Gruppentherapie bietet einen geschützten Rahmen, in dem Kinder und Jugendliche miteinander und voneinander lernen können. Neue Verhaltensweisen können direkt ausprobiert, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsam Lösungen entwickelt werden. Dabei werden sowohl individuelle Therapieziele als auch gemeinsame Themen der Gruppe berücksichtigt.
Anwendungsbereiche
Gruppentherapie kann unterschiedliche Entwicklungs- und Therapieziele unterstützen:
Förderung sozialer Kompetenzen:
Kommunikation üben, Beziehungen gestalten, eigene Bedürfnisse ausdrücken und Konflikte angemessen lösen.
Selbstwertstärkung
Eigene Stärken entdecken, sich selbst besser kennenlernen und mehr Sicherheit im Umgang mit anderen entwickeln.
Umgang mit Emotionen
Gefühle wahrnehmen, verstehen und hilfreiche Möglichkeiten entwickeln, mit starken Emotionen umzugehen.
Problembewältigung
Neue Strategien für schwierige Situationen entwickeln und diese gemeinsam erproben.
Unterstützung durch Gleichaltrige
Erleben, dass andere ähnliche Schwierigkeiten kennen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen können.

Vorgehensweise in der Gruppentherapie
Die Gruppen werden nach Alter und therapeutischem Schwerpunkt zusammengestellt. Zum Einsatz kommen verschiedene verhaltenstherapeutische Methoden und Gruppenprogramme, insbesondere Elemente aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT), der Dialektisch-Behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A) sowie dem Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK).
Je nach Schwerpunkt geht es beispielsweise darum, einen hilfreichen Umgang mit schwierigen Gedanken und Gefühlen zu entwickeln, Anspannung und starke Emotionen besser zu regulieren oder soziale Fähigkeiten und Selbstsicherheit zu stärken. Gespräche, praktische Übungen, Rollenspiele und kreative Methoden sorgen dafür, dass neue Strategien nicht nur besprochen, sondern direkt ausprobiert werden können.
Ein geschützter und wertschätzender Rahmen ist dabei besonders wichtig. Persönliche Inhalte und Erfahrungen aus der Gruppe werden vertraulich behandelt.
Bitte achten Sie darauf, zum Erstgespräch die Chipkarte Ihres Kindes mitzubringen.
Vorteile
Gruppentherapie bietet Möglichkeiten, die eine Einzeltherapie sinnvoll ergänzen oder ersetzen können:
Gemeinschaftsgefühl
Die Kinder und Jugendlichen erleben Zugehörigkeit, Verständnis und gegenseitige Unterstützung.
Lernen voneinander
Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen ermöglichen neue Perspektiven und Lösungswege.
Motivation
Gemeinsame Erfahrungen und Fortschritte können Mut machen und zu eigenen Veränderungen motivieren.
Vielfalt an Übungen
Viele soziale und emotionale Fähigkeiten können innerhalb der Gruppe unmittelbar ausprobiert und eingeübt werden.
Einbeziehung der Eltern und des Umfelds
Ein wesentlicher Bestandteil der Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern und oft auch mit Lehrern und anderen Bezugspersonen. Sie werden in den therapeutischen Prozess einbezogen, um das Erlernte im Alltag zu unterstützen und zu festigen.

